Essen in Andalusien
Tapasbar in Sevilla

So wie in ganz Spanien hat auch in Andalusien das Essen eine ganz besondere Bedeutung. Nachfolgend beschreiben wir das Verhalten der Andalusier hinsichtlich ihrer Gewohnheiten und Rituale.

Unsere erste Empfehlung an den Urlauber ist, sich den lokalen Essenszeiten anzupassen. Das sollte den Gast allerdings nicht beunruhigen, denn  die meisten Restaurants haben sich bereits den Essenszeiten der Touristen angepasst. 

Ein ganz normaler Tag eines Andalusiers verläuft mehr oder weniger folgendermassen: Das Frühstück besteht aus einem stark zubereiteten Café und einer Backware, am liebsten stehend in einer Cafeteria. Gegen 10:00 Uhr folgt das zweite etwas deftigere Frühstück mit getoastetem Weissbrot, Olivenöl, Knoblauch und geriebener Tomate. Die erste Tapa isst man um 13:00 Uhr kurz vor dem Mittagessen, welches gegen 14:00 Uhr stattfindet. Es besteht entweder aus einem Menu (Vor-, Haupt- und Nachspeise) oder aus mehreren Portionen verschiedener Gerichte. Anschliessend findet die berühmte Siesta statt vor allem in den heissen Sommermonaten. Um 17:00 Uhr folgt der Café und ein Stück Kuchen oder Torte, um die Zeit bis zum Abendessen zu überbrücken.  Auch nehmen viele zwischen 19:00 – 21:00 Uhr noch eine Tapa zu einem Glas Bier oder Tinto de Verano (Rotwein und Brause) zu sich. Das Abendessen findet nie vor 21:00 Uhr statt und fällt in der Regel auch etwas leichter aus als das Mittagessen. Schlafen gehen vor Mitternacht ist fast undenkbar und an den Wochenenden gehen die Feste bis in die Morgenstunden, wenn die Churros-Verkäufer schon auf ihre Kundschaft warten……

Gewohnheiten:

Der Andalusier kennt es nicht, ein Getränk zu sich zu nehmen ohne eine Kleinigkeit dazu zu essen.  Nehmen Sie sich die Zeit, bestellen Sie sich eine Tapa und geniessen Sie die Atmospäre.

Es gibt sowohl Flaschen- als auch Fassbier. Geben Sie bei der Bestellung nichts näheres an, so wird man Ihnen eher ein Flachenbier servieren.

Einen Café kann man zu jeder Tageszeit trinken. Entweder einen cafe con leche (Milchkaffee), einen cortado (klein und mit wenig Milch) oder einen solo (klein und schwarz).

Die Kellner sind in der Regel sympathisch und arbeiten effizient. Sie fragen aber auch nicht unbedingt ständig nach, wie das Essen schmeckt. So wie in ganz Spanien, liegt es im Ermessen des Gastes, ob und wieviel Trinkgeld er hinterlassen möchte.

Kinder sind zu jeder Zeit und überall immer herzlich willkommen. Bereiten Sie sich auf spielende und herumlaufende Kinder im Restaurant vor.

Praktische Tipps:

Fragen Sie nach der Tapa des Hauses.

Die halben Portionen  (media ración) und Portionen (ración) sind wie Tapas nur grösser und eignen sich sehr gut zum Teilen mit anderen.

Die Paella ist auch in Andalusien sehr typisch und wird entweder nur mit Fisch und Meeresfrüchten  oder gemischt mit zusätzlich Hühnchen serviert. 

Oliven und Brot begleiten in der Regel alle Mahlzeiten.  Meist handelt es sich um grüne Oliven.

Der Gazpacho ist traditionelles Gericht aus Andalusien. Dabei handelt es sich um eine Gemüsesuppe, die kalt und auch sehr gern im Sommer gegessen wird. 

Sangría und Tinto de Verano sind typische Frühlings- und Sommergetränke.

Die herberen Weine Vino Fino und Manzanilla werden zu einer Tapa eher konsumiert als die süss schmeckenden wie der Vino Dulce oder Moscatel.